Out-of-the-box
...ist ein gern verwendetes Schlagwort für Testtools, um Leistungsfähigkeit und problemlose Bedienbarkeit von Software, auf einen bestimmten Zweck bezogen, zu vermitteln. Eine Aussage, die insbesondere Kollegen mit Projekt- und Budgetverantwortung zu gefallen weiß, erweckt es doch den Eindruck auf Testspezialisten verzichten und den allseits gegenwärtigen Zeitdruck im Testprojekt durch erhöhte Effektivität etwas lindern zu können.Insbesondere im Tool-abhängigen Bereich „Last- und Performancetest“ eine gewagte Annahme, eine Vielzahl unterschiedlicher Protokolle bilden die Basis für eine ebenso große Anzahl darauf aufsetzender Frameworks und Produkte mit ihren jeweiligen Eigenheiten.
In der Praxis kristallisiert sich schnell heraus, dass häufig aktuell zu testende Software einfach nicht dem simplen Ideal entsprechen, von dem Testtoolhersteller ausgegangen sind. Während die bereitgestellten Funktionalitäten zur Vereinfachung der Testimplementierung (z.B. Wizards) durchaus nützlich sein können, ist fast immer zusätzliche Entwicklungsarbeit ohne „Anleitung“ durch das Tool nötig, um den Testanforderungen gerecht zu werden. Dort ist die Gefahr hoch, ohne Expertenwissen an einem toten Punkt zu landen. Die Testimplementierung bleibt funktionsunfähig oder es wird versucht, die Qualität einer Anwendung mit einer unvollständigen oder unzuverlässigen Testimplementierung zu messen.
Dies kann niemals mehr als unvollständige oder unzuverlässige Ergebnisse liefern.
Auffällig beobachtbar sind diese Tatsachen durch die Aufsplitterung des Testprozesses im Zuge des Offshorings geworden. Vermeintlich einfache Tätigkeiten (Testimplementierung out-of-the-box), die nicht zwingend Kenntnis der deutschen Sprache voraussetzen, werden an unerfahrene Kollegen ausgelagert, die sich dann mit den beschriebenen Tatsachen konfrontiert sehen.